SchnittTagebuch

Wie der Final Cut Pro X Einsteigerkurs mir beim Video zuschneiden half

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Zwölf Minuten Rohmaterial vom Wochenende, und am Ende blieb genau ein Clip übrig, den ich wirklich gut fand. Der Rest lag in der Timeline von Final Cut Pro X wie ein Text vor der ersten Korrekturrunde, zu lang, zu unruhig, ohne Rhythmus. Als Videoschnitt-Anfängerin heißt das bei mir vor allem: viel wegwerfen, wenig behalten, und trotzdem drangeblieben.

Ich bin Lektorin, freiberuflich, und seit gut einem Jahr schneide ich meine Reisevideos jetzt selbst. Mein Werkzeug war vorher immer der rote Stift, jetzt ist es eine Timeline auf einem gebrauchten Mac mini. Die zwei Welten haben mehr gemeinsam, als ich am Anfang gedacht hätte -- nur verzeiht der Stift Fehler leichter als ein Schnittprogramm.

Bevor ich weiterschreibe: Der Kurs, den ich hier verlinke, ist der Final Cut Pro X Einsteigerkurs, den ich selbst durchgearbeitet habe. Komplett auf Deutsch, in kleine Häppchen aufgeteilt, die zwischen zwei Lektoratsaufträgen passen. Genau das habe ich gebraucht - nicht einen Wälzer, den ich sowieso nie zu Ende lese.

Der Bibliotheksratgeber, der mir nicht geholfen hat

Eine Hand mit rotem Lektorats-Stift neben der Computer-Maus -- vom Korrekturlesen zum Final-Cut-Pro-Videoschnitt.

Vorher hatte ich es schon anders versucht: ein allgemeines Videobearbeitungs-Buch aus der Bücherei, dick, mit Kapiteln über Schnitttechnik ganz grundsätzlich. Ich dachte, das reicht als Einstieg. Hat es nicht. Die Screenshots passten zu keinem Programm, das ich kannte, und die Begriffe waren so allgemein gehalten, dass ich am Ende genauso ratlos vor meinem Mac mini saß wie vorher.

Okay, das war heute echt frustrierend -- dieser Satz stand in den ersten Wochen öfter in meinem Notizbuch, als mir lieb war. Das Buch zurückzubringen und stattdessen einen Kurs zu kaufen, der wirklich für Final Cut Pro geschrieben ist, war die bessere Entscheidung. Kein Umweg über allgemeine Theorie, sondern direkt an der Oberfläche, die tatsächlich vor mir auf dem Bildschirm lag.

So sieht mein Mac-mini-Workflow in Woche 10 aus

Der Final Cut Pro X Einsteigerkurs auf dem Monitor im Homeoffice -- Lernmodule für Videoschnitt-Anfänger auf dem Mac mini.

Mittwochabend ist inzwischen mein fester Schnitttermin, und dieser Text hier ist mein Schnitt-Tagebuch dazu, nicht mehr und nicht weniger. Die Clips liegen dann meist schon sortiert und mit Schlagworten versehen in der Mediathek, das spart mir jedes Mal Sucherei. Final Cuts Magnetic Timeline hat mich am Anfang komplett verwirrt, weil Clips sich anders verhalten als erwartet, aber sobald man das Prinzip einmal akzeptiert, bremst es einen nicht mehr aus.

Mit Viorica, die zur gleichen Zeit wie ich mit Final Cut angefangen hat, telefoniere ich, wenn wir beide feststecken. Sie klebt sich Tastaturkürzel als Post-its an den Rand ihres Monitors, eine Gewohnheit, die ich mir mittlerweile abgeschaut habe. Zwei, drei Zettel reichen schon, um die größten Denkpausen zu verkürzen.

Der Wasserfall-Clip in Woche 10

Die Magnetic Timeline in Final Cut Pro X mit übersichtlich angeordneten Clips -- Mac-mini-Workflow einer Videoschnitt-Anfängerin.

Ich war an einem Nachmittag im Volkspark Friedrichshain unterwegs, an der kleinen Kaskade in der Nähe vom Bunkerberg, und habe dort ein paar Sekunden Wasser in Zeitlupe gefilmt. Kein großer Plan dahinter, nur Lust, das Licht auf dem Wasser festzuhalten.

Zurück am Schreibtisch habe ich mir den Clip angeschaut, und er lief beim ersten Abspielen so glatt durch, dass ich mir die zwei Sekunden gleich dreimal hintereinander angeschaut habe, nur um sicherzugehen, dass ich mich nicht täusche. Das Retiming-Werkzeug, mit dem man Tempo und Zeitlupe steuert, hat in Woche 10 zum ersten Mal genau das gemacht, was ich wollte, ohne dass ich dreimal nachjustieren musste.

Antonia schaut sich jeden neuen Clip als Erste an, das war schon so, seit wir beide klein waren in Berlin, und ist es auch jetzt noch, aus Wien per Video-Call. Während ich ihr den Wasserfall-Clip zeigte, tickerte im Hintergrund die externe Festplatte, sie zog gerade die restlichen Aufnahmen vom Nachmittag im Park rüber. Antonia meinte nur, das Wasser sähe jetzt richtig aus -- mehr Feedback brauche ich manchmal gar nicht.

Präzise schneiden wie beim Korrekturlesen

Bei der Anpassung von Übergängen denke ich immer noch wie eine Lektorin: Ein schlecht gesetzter Schnitt stört mich genauso wie ein falsch gesetztes Komma mitten im Satz.

Am Ton arbeite ich mich Stück für Stück voran, die Audiopegel so anpassen, dass meine Stimme nicht im Windrauschen untergeht, war so ein Punkt, den ich mir separat vorgenommen habe.

Die Tastaturkürzel für Anfänger aus dem Kurs nutze ich inzwischen automatisch, ohne nachzudenken, welche Taste welchen Schnitt setzt. Fürs Exportieren nach Instagram und YouTube gibt es eigene Einstellungen, die ich mittlerweile im Schlaf anwähle, ohne jedes Mal neu zu überlegen, welches Format wohin gehört.

Was vom Lektorat übrig bleibt, wenn ich schneide

Entspannte Schultern vor dem Monitor beim Final-Cut-Pro-Export -- Mac-mini-Workflow kurz vor Fertigstellung des Reisevideos.

Falls du eher mit dem Smartphone filmst und schneidest statt mit einem Mac, ist der Videoschnitt-Kurs für Selbständige von Anuschka Bacic vielleicht die passendere Adresse -- sie war 15 Jahre lang Videojournalistin bei NDR und Radio Bremen, und der Kurs deckt Filmen und Schneiden direkt am Handy ab, ganz ohne Zusatzgerät. Für mich als Mac-mini-Nutzerin war trotzdem klar, dass ich bei Final Cut bleibe.

Zwölf Minuten Rohmaterial, ein Clip, den ich behalte -- so sieht Fortschritt bei mir gerade aus, in kleinen, manchmal nervigen Schritten. Wer genau an diesem Punkt steckt, dem würde ich den Final Cut Pro X Einsteigerkurs ans Herz legen, gerade weil er kurz ist, auf Deutsch, und einen nicht mit Fachbegriffen allein lässt, die man erst mühsam nachschlagen muss.

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