SchnittTagebuch

Final Cut Pro Mediathek richtig anlegen für meine Reisevideos aus Island

Überarbeitet

Eine Datei mit der Endung .fcpbundle, zwei Arten von Inhalt darin, fertig. Mehr braucht die Final-Cut-Pro-Mediathek für mein Island-Reisevideo nicht. Lange dachte ich, so wenig Struktur kann nicht reichen. Der Irrtum, dem so ziemlich jeder Videoschnitt-Anfänger aufsitzt: die Mediathek sei bloß ein Ordner mit Videodateien, genau wie im Finder.

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Der Mythos: Mediathek ist einfach nur ein Ordner

Genau diesen Denkfehler hatte ich auch, bevor überhaupt der Mac mini feststand. Adobe Premiere Pro hatte ich eine Woche lang ausprobiert und dann wieder aufgegeben, weil mir die ganze Logik fremd blieb. Final Cut sollte es also richten, dachte ich, und zog beim ersten Test einfach ein paar Clips in die Mediathek – so, wie man eine Datei in einen Finder-Ordner zieht. Okay, das war heute echt frustrierend, denn kurz darauf stand mein Mac mini mit einer Fehlermeldung still, und ich hatte keine Ahnung, wo meine Originalclips jetzt eigentlich lagen.

Danach bin ich erstmal eine Runde durch den Mauerpark gelaufen, nur um nicht sofort wieder vor dem Rechner zu sitzen. Am Abend hab ich im Final Cut Pro X Einsteigerkurs gezielt nach dem Kapitel zur Mediathek-Struktur gesucht, das ich beim ersten Durchlauf einfach übersprungen hatte.

Externe SSD als Speicherort für die Final Cut Pro Mediathek beim Videoschnitt für Anfänger

Was Ereignisse und Projekte tatsächlich trennt

Was im Kurs stand, hat mir dann endlich den Groschen fallen lassen: Eine Final-Cut-Mediathek ist kein Ordner voller Videodateien, sondern ein Paket, das zwei komplett unterschiedliche Dinge enthält. Ereignisse sind der Rohstoff – alle Original-Clips, so wie ich sie importiert habe. Projekte sind dagegen die eigentliche Zeitleiste, also der fertige Schnitt mit allen Trims und Anordnungen. Beides liegt in derselben Datei, ist aber strikt voneinander getrennt.

Eine Freundin von mir macht seit einiger Zeit einen Töpferkurs in einer Keramikwerkstatt in Prenzlauer Berg, und als ich ihr das erklärt habe, kam sofort der Vergleich von ihr: Die rohen, ungebrannten Stücke stehen bei ihr im Regal nie im selben Fach wie die fertig glasierten. Genau so funktioniert das Prinzip auch in Final Cut. Ein Ereignis speichert nichts über den Schnitt, ein Projekt verändert nichts an den Originalclips.

Als das Island-Video zum ersten Mal komplett durchlief, ohne dass sich irgendwo dieses kleine bunte Rad drehte, bin ich fast vom Stuhl gerutscht. Das kühle Blau vom Bildschirm fiel auf die Tischplatte, draußen war es längst dunkel, und ich hatte auf einmal verstanden, warum vorher gar nichts funktioniert hat.

Warum das für Reisevideos aus Island wichtig wird

Für ein Reisevideo macht dieser Unterschied einen echten Unterschied. Alle Drohnenaufnahmen vom Skógafoss, alle iPhone-Clips aus den Westfjorden, alles landet bei mir in einem einzigen Ereignis. Daraus baue ich inzwischen mehrere Projekte gleichzeitig, ohne dass sich die Clips vervielfachen: eine kurze Fassung für Instagram, eine längere für den eigentlichen Reisefilm. Würde ich für jede Fassung neue Originaldateien importieren, wäre die Mediathek in kürzester Zeit doppelt und dreifach so groß, ohne dass ein einziges neues Bild dazugekommen wäre.

Brauche ich für jedes Video eine neue Mediathek?

Genau diese Frage hab ich im Apple-Support-Forum gestellt, und Axel Renneberg, der dort so ziemlich jede Antwort in einer nummerierten Liste aufschreibt, hat mir in fünf Schritten erklärt, warum eine einzige Mediathek für mehrere Reisen völlig reicht. Für mich als Lektorin war das wie ein zweites, sauberes Korrekturzeichen am Rand: eine klare Regel, an die ich mich künftig einfach halte, statt jedes Mal neu zu improvisieren.

Neue Mediatheken brauche ich seitdem nur noch, wenn ein Projekt komplett abgeschlossen und archiviert ist. Für den Rest reicht mir eine gute Struktur aus Ereignissen, dazu die wichtigsten Final Cut Pro Tastaturkürzel, um beim Sichten schneller vorwärtszukommen. Proxy-Medien für den kleinen Mac mini und die magnetische Timeline sind beides eigene Themen für sich, die ich mir für einen anderen Eintrag aufhebe.

Mediathek-Einstellungen in Final Cut Pro mit Speicherort für Ereignisse und Render-Dateien

Speicherort richtig setzen, bevor der Import beginnt

Sobald die Rohdaten eines Ausflugs mehrere Gigabyte füllen, landet bei mir nichts mehr direkt auf dem Mac mini. Ich lege die Mediathek auf einer externen SSD an, wähle beim Import „Dateien am ursprünglichen Ort belassen" statt der Standardeinstellung, und stelle im Inspektor über den „Modify Settings"-Button auch den Cache- und Render-Speicherort auf dieselbe Platte um. Das ist die eine Änderung, die bei mir den Unterschied zwischen einem eingefrorenen System und einem Mac mini gemacht hat, der einfach weiterarbeitet.

Was in der Mediathek selbst noch fehlt, sind Dinge, die ich mir bewusst für später aufgehoben habe: die Audiopegel, damit die Stimme nicht im Wind untergeht, die grundlegende Farbkorrektur für das Gletscherblau, die Exporteinstellungen für YouTube und Instagram, manuelle Keyframes und Speed Ramping für die Drohnenaufnahmen. Beim Anlegen der Mediathek geht es zuerst um Container und Dateien – Schlagwörter zum Sortieren der Clips kommen für mich erst danach und sind hier höchstens eine Randnotiz.

Die eine Regel, die bei mir hängengeblieben ist

Die Regel, die ich mir seitdem gemerkt habe: Eine Mediathek ist niemals der Videofilm selbst, sondern der Aufbewahrungsort für Rohmaterial und Schnitt gleichzeitig, beides strikt getrennt voneinander. Sobald das sitzt, verliert man die Angst, ein Projekt zu löschen oder ein zweites, drittes anzulegen, ohne dass die eigentlichen Clips davon berührt werden. Wer genauso feststeckt wie ich am Anfang, dem hilft wahrscheinlich derselbe Blick in den Final Cut Pro X Einsteigerkurs, den auch ich für das Kapitel zur Mediathek-Struktur aufgeschlagen habe.

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